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Wie Zenjob mit telli innerhalb eines Monats live ging und seine Erstgespräche skaliert hat

27×
so viele Gespräche pro Monat im September wie im Januar
88%
der angerufenen Studierenden werden erreicht
< 1 Minute
bis telli vorgefilterte Bewerber anruft (Median)
Martin Fricke

“Im Januar hatten wir vier Agenten live mit circa 150 Gesprächen auf den Monat. Im September sind es 40 Agenten, und wir haben über 4.000 Gespräche geführt.”

Martin Fricke, Produktmanager bei Zenjob

Über Zenjob

Zenjob ist eine 2015 gegründete digitale Plattform für Personaldienstleistungen mit Sitz in Berlin. Sie vermittelt Studierende an Unternehmen, die kurzfristig oder langfristig zusätzliches Personal brauchen. Für kurzfristigen Bedarf übernehmen die Studierenden, die sogenannten Zenjobber, einzelne Schichten, etwa im Lager, im Handel oder in der Gastronomie. Sie bewerben sich dafür in der App, und die Auswahl läuft automatisch. Für langfristigen Bedarf vermittelt Zenjob über Zenjob Pro Werkstudierende, die 3 bis 18 Monate im selben Betrieb arbeiten, zum Beispiel im Backoffice oder im Kundenservice.

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Herausforderung

Jede langfristige Vermittlung beginnt mit einem Anruf

Die meisten Jobs bei Zenjob werden besetzt, ohne dass jemand eingreifen muss. Bei Zenjob Pro ist das anders: Bevor Werkstudierende einem Unternehmen vorgeschlagen werden, ruft Zenjob sie an und prüft, ob sie wirklich zur Stelle passen.

Diese Erstgespräche lagen bei einem kleinen Team. Laut Martin Fricke, Produktmanager für Zenjob Pro, kann ein Team nur eine begrenzte Zahl von Interviews am Tag führen, deshalb konnte Zenjob diese Vermittlungen intern nicht skalieren.

Die Messlatte für einen KI-Sprachagenten lag hoch: Die Anrufe sollten sich wie ein lockeres, natürliches Gespräch anfühlen, ohne Roboterstimme. Daher war das Team von Anfang an von telli überzeugt: Die Stimme klang am Telefon authentisch.

Lösung

KI-Sprachagenten, die in Zenjobs eigene Systeme eingebunden sind

Zenjob hat sein Setup mit telli in drei bis vier Wochen aufgebaut und ist im Sommer 2025 live gegangen, zuerst mit den Erstgesprächen für Zenjob Pro. Seitdem hat das Entwicklerteam von Zenjob Pro, darunter AI & Automation Engineer Sergen Becerik, telli fest in Zenjobs Backend eingebunden: Wenn sich jemand bewirbt, filtert Zenjobs System die Bewerbung, ergänzt die Fragen zur Stelle und übergibt den Kontakt an telli.

Von da an übernehmen die Agenten die Anrufe:

  • Schneller erster Anruf: telli ruft die Bewerber an, sobald Zenjob sie übergibt.
  • Antworten im Gespräch: Der Agent beantwortet während des Anrufs Fragen zu Zenjob oder zum Vertrag.
  • Anrufe, die zum Studienalltag passen: Der Agent ruft auch nach 18 Uhr und am Wochenende an, wenn die Studierenden nicht in der Vorlesung sitzen.
  • Rückrufe: Die meisten Agenten nehmen auch Rückrufe an, sodass man nach einem verpassten Anruf meist einfach zurückrufen kann.

Danach liest jemand bei Zenjob die Zusammenfassung mit allen Antworten und entscheidet, wer weiterkommt.

Neue Agenten sind schnell aufgesetzt. Für einen Job mit sehr speziellen Anforderungen stand ein neuer Agent innerhalb einer Stunde bereit und machte in der Stunde danach fast 200 Anrufe. Zenjob brauchte 20 passende Bewerber, also Gespräche mit positivem Ergebnis. Nach dieser zweiten Stunde waren es schon rund 40.

„Das kann kein Account Manager bei uns irgendwie abtelefonieren. Das ist nicht möglich.“
Sergen Becerik, AI & Automation Engineer bei Zenjob

Ergebnisse

Von Zenjob Pro in weitere Bereiche des Unternehmens

Nachdem Zenjob telli intern vorgestellt hatte, wollten auch andere Teams damit arbeiten. Im September 2026 liefen 40 Agenten in sechs Bereichen: Zenjob Pro, kurzfristige Jobs, Projekt-Recruiting, Schichtbesetzung, die Zenjobber-Hotline und Anrufe von Unternehmen.

Etwa im April 2026 fragte ein Großkunde für die folgende Woche rund 500 Studierende an. Commercial Enablement Manager Rafael Coelho trommelte Kollegen zusammen, und zu neunt oder zehnt riefen sie eine Nacht lang Bewerber von Hand an. Trotzdem reichte das nicht, um alle darüber zu informieren, wohin sie fahren sollten, was sie mitbringen mussten und was der Kunde verlangte. Am nächsten Tag setzte sich Rafael deshalb mit dem Team von Zenjob Pro zusammen, das bereits mit telli arbeitete. Daraufhin rief telli alle Bewerber gleichzeitig an. Seitdem kann Zenjob laut Rafael Aufträge annehmen, die es vorher nicht hätte stemmen können.

Die Ergebnisse:

  • Über 4.000 Gespräche im September 2026, im Januar waren es noch rund 150
  • 88 % der angerufenen Studierenden werden erreicht, mehr als ein Fünftel davon, weil sie selbst zurückgerufen haben
  • Weniger als eine Minute (Median), bis telli vorgefilterte Bewerber anruft
  • Fast 1.800 Gesprächsstunden bis Oktober 2026

Zenjob entwickelt einen Großteil seiner Technologie selbst und hat das auch für Sprach-KI geprüft.

„Natürlich hätten wir Voice AI auch selbst entwickeln können. In der heutigen Welt gibt es unglaubliche Möglichkeiten, und das ist sehr verlockend. Wir haben uns aber bewusst dafür entschieden, uns auf unsere Kernkompetenzen zu konzentrieren und Voice AI einem Partner zu überlassen.“
Fritz Trott, Mitgründer und CEO von Zenjob

Die Teams von Zenjob haben jetzt mehr Zeit für Zenjobber und Unternehmen. Auch Mitarbeitende ohne technischen Hintergrund legen neue Agenten anhand einer Stellenbeschreibung an. Martin nutzt dafür Charlie, den KI-Assistenten in telli: Er tippt einfach ein, was er an einem Agenten ändern möchte, und Charlie baut ihn um.

Auch für die Zukunft sieht Zenjob großes Potenzial in der Zusammenarbeit mit telli. Weitere Anwendungsfälle sind bereits angedacht, etwa automatisierte Feedback-Gespräche während langfristiger Einsätze. So können beide Unternehmen die Zusammenarbeit weiter ausbauen und gemeinsam neue Möglichkeiten für eine effizientere und persönlichere Betreuung erschließen.